Keine Garantie für zweijährige Berufsbildung

07. März 2019

Der Nationalrat hat gestern mit 92 zu 91 Stimmen entschieden, dass der Bundesrat die rechtliche Möglichkeit erhalten soll, die Dauer der Berufsbildung für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung nach seinem Gusto festzulegen. Wir sind über diesen Entscheid enttäuscht – und setzen nun alles daran, dass der Ständerat diesen Entscheid in seiner IVG-Debatte korrigiert. 

Früh morgens, kurz vor der IVG-Debatte im Nationalrat, haben 10 Jugendliche vor dem Bundeshaus den Nationalrätinnen und Nationalräten einen Flyer in die Hand gedrückt. „Eine berufliche Zukunft – auch für mich!“, stand auf den Flyern. Die jungen Leute mit Lernbeeinträchtigung forderten dazu auf, bei der Beratung des IV-Gesetzes auch an sie zu denken. INSOS Schweiz und Insieme Schweiz haben sie dabei unterstützt.

Ein knappes Nein

Äusserst knapp, mit 92 zu 91 Stimmen, folgte der Nationalrat dann trotzdem dem Bundesrat: Er erteilte ihm die rechtliche Möglichkeit, die Dauer der Berufsbildung für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung nach seinem Gusto festzulegen. Wir bedauern diesen Entscheid und werden uns nun mit Nachdruck dafür einsetzen, dass sich der Ständerat in seiner IVG-Debatte für eine zweijährige Berufsbildung ausspricht. Denn: 1 Jahr Ausbildung ist für Jugendliche mit Lernbeeinträchtigung zu kurz. Nur mit einer zweijährigen Ausbildung haben sie die Chance, später in eine Attest-Ausbildung zu wechseln und in der Arbeitswelt Fuss zu fassen.  

Mehr zum Thema in der Aktuellmeldung vom 6. März 2019