IVG-Revision

Die Sozialkommission des Nationalrats (SGK-N) hat die Behandlung der Vorlage in Angriff genommen. Die Debatte im Nationalrat findet frühestens in der Herbstsession 2018 statt.

SGK-N

Zu ersten wichtigen Punkten hat sich die SGK-N bereits verlauten lassen:

  • Rente auch unter 30 Jahren: Der Vorschlag, Menschen unter 30 Jahren grundsätzlich keine IV-Rente zu gewähren, ist vorläufig vom Tisch. Das verfolgte Ziel, den Druck auf junge Menschen generell zu erhöhen, sich um eine berufliche Eingliederung zu bemühen, kam zu holzschnittartig daher.
  • Früherfassung: Um Jugendlichen beim Einstieg ins Berufsleben besser zu helfen, können Jugendliche ab 13 Jahren bereits bei der IV gemeldet werden.  Dies gilt auch für Personen, die zwar noch nicht arbeitsunfähig sind, aber von einer Arbeitsunfähigkeit bedroht sind.
  • Keine Kürzung bei den Reisekosten: Ohnehin bereits stark belastete Familien mit Kindern mit einer Beeinträchtigung wären von einer Sparmassnahme zusätzlich betroffen gewesen.

INSOS-Sichtweise

  • INSOS begrüsst die Förderung der beruflichen Eingliederung bei der IVG-7
    Die Eckpunkte der Revision weisen in die richtige Richtung: Früherfassung, Frühintervention, Integrationsmassnahmen zur Vorbereitung auf weiterführende berufliche Massnahmen sollen verhindern, dass Menschen mit Behinderungen von der Arbeitswelt ausgeschlossen werden.
  • Integrationsmassnahmen
    Die vorbereitenden Massnahmen - z.B. im Hinblick auf eine erstmalige berufliche Ausbildung - dienen der Stärkung und Konsolidierung des Bildungsstandes und sind auf die Weiterentwicklung der Kompetenzen ausgerichtet, die den Anforderungen der Arbeitswelt entsprechen. Eine Berufsorientierungsphase erlaubt es Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten, gezielt ein Ausbildungsprojekt unter Berücksichtigung ihrer Fähigkeiten, aber auch ihrer Einschränkungen zu erarbeiten und aufzubauen
  • Erstmalige berufliche Ausbildung
    Die Praktische Ausbildung INSOS PrA steht in engem Praxisbezug und ist vorwiegend auf das Erlernen und Ausführen von einfachen praktischen Tätigkeiten ausgerichtet. INSOS PrA ermöglicht es Jugendlichen mit einer kognitiven Behinderung, in eine formale Grundbildung einzusteigen oder nach Abschluss eine sinnstiftende Tätigkeit auszuüben.
    In der Bundesverfassung, im Berufsbildungsgesetz und im Weiterbildungsgesetz verpflichtet sich die Schweiz, den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung nachzukommen. Dabei wird auch auf die informelle Bildung zum Erwerb von Kompetenzen ausserhalb der formalen Bildung verwiesen. Die Dauer der beruflichen Grundbildung für Jugendliche mit einer kognitiven Behinderung soll der Dauer der beruflichen Grundbildung im Berufsbildungsgesetz entsprechen.
  • Übereinstimmung mit der UN-Behindertenrechtskonvention
    Die Revision muss sich zudem eng an den Zielen der UN-Behindertenkonvention orientieren, die eine volle, autonome und gleichberechtige Teilhabe von Menschen mit Behinderung am politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben Realität anstrebt.