Individueller Kompetenznachweis (IKN)

Der Individuelle Kompetenznachweis IKN ist seit November 2018 auch für die Praktische Ausbildung PrA möglich. Der Schweizerische Gewerbeverband hat zusammen mit den Verbundpartnern (Organisationen der Arbeitswelt, Bund, Kantone) und in Kooperation mit INSOS die Voraussetzungen dafür geschaffen.

Lernende, die das Qualifikationsverfahren einer zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) nicht bestehen, haben ein Anrecht, sich ihre Kompetenzen individuell bestätigen zu lassen. Der Individuelle Kompetenznachweis (IKN) bescheinigt, die während der Ausbildung erworbenen Kompetenzen in standardisierter und verständlicher Form. Er ergänzt das Lehrzeugnis und kann die Stellensuche m Arbeitsmarkt massgeblich unterstützen.

Künftig sollen auch Lernende einen IKN erhalten, die eine standardisierte zweijährige Ausbildung ausserhalb der beruflichen Grundbildung absolvieren – z.B. PrA-Lernende, die aufgrund einer Lern oder Leistungsbeeinträchtigung (noch) nicht in eine EBA-Grundbildung einsteigen konnten.

Voraussetzungen für den IKN

Die Zulassung einer Ausbildung zum IKN ist an klare Vorgaben gebunden. So muss sich der PrA-Bildungsplan (Ausbildungsprogramm) an den Handlungskompetenzen einer der über 50 EBA-Grundbildungen orientieren. Über die Zulassung des IKN für die PrA entscheidet die nationale Organisation der Arbeitswelt (OdA) der jeweiligen EBA-Grundbildung.

Anforderung an INSOS

INSOS stellt als Trägerschaft der PrA bei der jeweiligen OdA einen Antrag für die Erweiterung des IKN auf die PrA. Wird der Antrag genehmigt, erarbeitet INSOS die erforderlichen Grundlagen und legt diese der OdA zur Genehmigung vor. In den Pilotbranchen Schreinerei, Logistik, Büroarbeiten und Hauswirtschaft ist dies erfolgt. INSOS ist verantwortlich für die Qualitätssicherung der Elemente des IKN auf Stufe PrA:

  • IKN-Formular und -Deckblatt
  • Ausbildungsprogramm und die darauf bezogene Lern- und Leistungsdokumentation
  • Anleitung bei Bedarf

INSOS gewährleistet zudem die Aufsicht über die PrA-Betriebe, wie es die kantonalen Berufsbildungsämter für die EBA-Ausbildungsbetriebe tun. INSOS

  • prüft die Bildungsvoraussetzungen des Ausbildungsbetriebs,
  • ermächtigt diesen zur Ausbildung (Bildungsbewilligung / Bildungslizenz)
  • nimmt die Aufsicht über die Bildungsprozesse wahr
  • und leistet Unterstützung in kritischen Situationen.

Anforderungen an die PrA-Betriebe

Ausbildungsbetriebe, die in IKN-zugelassenen Berufen ausbilden, sind verpflichtet:

  • die PrA gemäss dem standardisierten, branchenanerkannten Ausbildungsprogrammen durchzuführen
  • den Lernprozess berufsspezifisch und vollständig zu dokumentieren
  • die allfällige Anleitung für die Anwendung des IKN einzuhalten
  • den IKN anhand der Lern- und Leistungsdokumentation und – soweit vorhanden – der Ergebnisse des Qualifikationsverfahren auszustellen (erfolgt durch den Berufsbildner/die Berufsbildnerin).

Werden die Vorgaben befolgt, ist der Ausbildungsbetrieb berechtigt, den branchenanerkannten IKN am Schluss der Ausbildung zu erstellen und den Absolventinnen und Absolvente auszuhändigen.

Links

Zur www.berufsbildung.ch - das Portal zur Berufsbildung

PrA-Hauswirtschaft

PrA-Logistik

PRA-Schreinerei