Das «Berner Modell» wird angepasst

18. Juli 2019

Die zentralen Elemente zur Umsetzung des Berner Behindertenkonzepts, auch bekannt unter dem Namen «Berner Modell», liegen vor. Die im Behindertenkonzept 2011 definierten Grundsätze sollen erhalten bleiben. Gleichwohl kommt es zu grösseren Anpassungen. Hier die wichtigsten Punkte.

Übersicht der Anpassungen

An den Zielen der Förderung der Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung wird festgehalten. Die Finanzierung soll subjektorientiert erfolgen.

Was sich ändert:

  • Anstatt mit dem Abklärungsinstrument VIBEL wird der individuelle behinderungsbedingte Bedarf neu ressourcenorientiert mit der Methode IHP («Individueller Hilfeplan») erhoben. Die Ermittlung soll von einer unabhängigen Stelle vorgenommen werden.
  • Im institutionellen Bereich werden Infrastrukturpauschalen eingeführt. Unterstützungsgelder für Menschen in Institutionen sollen auch künftig direkt an die Institution ausgerichtet werden, jedoch subjektorientiert.
  • Die Einführung des neuen Systems beschränkt sich in einer ersten Phase auf die Bereiche Wohnen/Freizeit und Tagesstätten. Die Überführung des Bereichs Arbeit ist vorläufig ausgeklammert. Die Einführung der neuen Finanzierungssystematik bei den Werkstätten wird zu einem späteren Zeitpunkt geprüft.

Neue Unsicherheiten

Mit der Bekanntgabe der neuen Eckwerte im Berner Behindertenkonzept fallen gewisse Unsicherheiten weg. Allerdings ergeben sich nun neue Fragen und Unsicherheiten. Zum Beispiel mit der Einführung des Abklärungsinstruments IHP. Oder mit dem "effizienten Steuerungssystem", dessen Funktionsweise nicht beschrieben wird.

Zeitplan

Der Gesetzesentwurf soll bis Ende Januar 2020 ausgearbeitet und nach der verwaltungsinternen Konsultation ab Mai 2020 in die Vernehmlassung geschickt werden. Das Inkrafttreten des Gesetzes ist 2023 geplant.

SOCIALBERN will die Ausgestaltung des modifizierten Modells eng begleiten. SOCIALBERN ist die kantonale Sektion in Bern von INSOS Schweiz.

Wir danken SOCIALBERN für diese Informationen.

Link und Medienmitteilung

Website von SOCIALBERN

Medienmitteilung von ALBA