Gegen Bonusprogramme in der Grundversicherung

20. März 2018

Mit dem Bonusprogramm «Helsana+» will die Krankenkasse Helsana neu auch alle Grundversicherten ansprechen. Ein solches Rabattmodell diskriminiert unter anderem Menschen mit einer körperlichen Behinderung und widerspricht dem Solidaritätsprinzip der Grundversicherung. INSOS Schweiz beteiligt sich deshalb an einem offenen Brief an Bundesrat und BAG-Vorsteher Alain Berset.

Mit dem Bonusprogramm «Helsana+» will die Krankenkasse Helsana neu auch alle Grundversicherten ansprechen. Die Versicherten können unter anderem Punkte sammeln, indem sie sportliche Aktivitäten über Trackingsysteme messen und entsprechende Angaben an die Versicherung weiterleiten. Im Gegenzug erhalten sie eine finanzielle Entschädigung. Die stetig steigenden Krankenkassenprämien könnten dazu führen, dass viele Personen keine andere Wahl haben werden, als solchen Programmen beizutreten, um entsprechende Rabatte zu erhalten – welche sie mit ihren Gesundheitsdaten «bezahlen».

Ein solches Rabattmodell diskriminiert  unter anderem Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Es widerspricht damit dem Solidaritätsprinzip der Grundversicherung. Auch Versicherte, die der Privatsphäre und dem Datenschutz hohe Bedeutung beimessen, werden benachteiligt.

Offener Brief an Bundesrat Berset

Aus Sicht des Bundesamts für Gesundheit (BAG) verletzen Bonusprogramme keine gesetzlichen Vorschriften. INSOS Schweiz beteiligt sich deshalb an einem offenen Brief an Bundesrat Alain Berset als Vorsteher des BAG. Der Brief kritisiert die Aufnahme solcher Bonusprogramme in die Grundversicherung und empfiehlt,  von diesem Schritt Abstand zu nehmen.

INSOS-Präsidentin Marianne Streiff fragt den Bundesrat zudem in einer Interpellation an, welche gesetzlichen Änderungen notwendig sind, um die Entsolidarisierung der Grundversicherung mit solchen oder ähnlichen Programmen zu verhindern.


» Offener Brief an Bundesrat Berset

» Interpellation Marianne Streiff

» "Echo der Zeit"-Beitrag mit Quote von Marianne Streiff