Leitbild Berufsbildung 2030: Chancen und Mängel

19. März 2018

INSOS Schweiz begrüsst grundsätzlich die Arbeit des SBFI zur Stärkung einer zukunftsgerichteten Berufsbildung. Allerdings bedauern wir, dass im Leitbild Menschen mit Behinderung keine explizite Erwähnung finden.

Die Vision basiert zu stark auf einer ökonomischen Sichtweise. Die Bedeutung der Berufsbildung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und für eine nachhaltige Entwicklung kommt zu wenig zum Ausdruck.

Gemäss neuem Leitbild soll Jugendlichen wie Erwachsenen mit unterschiedlichen Voraussetzungen der (Wieder-)Einstieg in die Arbeitswelt ermöglicht werden. Die Berufsbildung soll demnach die Chance bieten, sich beruflich lebenslang zu entwickeln. INSOS Schweiz unterstützt diese Ausrichtung.

Erschwerter Zugang zur Berufsausbildung  

Mit der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet sich die Schweiz, Menschen mit Behinderung einen Zugang zu Berufsausbildung und Weiterbildung zu ermöglichen. Dies ist im heutigen Berufsbildungssystem nur ungenügend der Fall. Deshalb wäre eine ausdrückliche Erwähnung von Menschen mit Behinderung als Zielgruppe in der Einleitung des Leitbilds ein wichtiges Zeichen.

Chance für innovative Projekte

Im vorgeschlagenen Programm wird das „Entwickeln von innovativen Praxiskonzepten für die Berufsbildung zur Integration benachteiligter Gruppen“ erwähnt. Wir sehen darin die Chance, innovative Projekte wie den Individuellen Kompetenznachweis (IKN), die Praktische Ausbildung PrA sowie den Ausbaus der Massnahmen zum Nachteilsausgleich voranzubringen und zu einem integralen Bestandteil des Berufsbildungssystems weiterzuentwickeln.

Verabschiedetes Leitbild und verabschiedetes Programm
Stellungnahme INSOS (2017) zur Berufsbildung 2030