Kanton Bern streicht bei Institutionen für Menschen mit Behinderung Gelder

30. November 2017

Die 300 Institutionen für Menschen mit Behinderung bekommen in den nächsten Jahren den Rotstift des Kantons empfindlich zu spüren: Gestern hat der bernische Grosse Rat beschlossen, im Behindertenbereich insgesamt 9,2 Millionen Franken pro Jahr einzusparen.

Die bürgerliche Mehrheit setzte ihren Sparkurs erfolgreich durch: Gestern schnürte der bernische Grosse Rat ein Sparpaket, das die Kantonskasse im institutionellen Bereich mit insgesamt 9,2 Millionen Franken pro Jahr entlastet. Die Kantonsbeiträge an die Institutionen werden linear um 6,4 Millionen Franken pro Jahr gekürzt. Weitere Massnahmen schlagen mit nochmals 2,8 Millionen Franken jährlich zu Buche.

Grosse Enttäuschung

INSOS Schweiz ist von diesem Entscheid sehr enttäuscht. Die Kürzungen haben in verschiedenen Institutionen schmerzhafte Einsparungen zur Folge, die auch zu Lasten der begleiteten Menschen gehen werden.

Zu befürchten ist, dass einzelne Institutionen nun auch beim Personal sparen müssen. Für die nachhaltige Umsetzung der kantonalen Behindertenkonzepte, die auf Teilhabe und Selbstbestimmung beruhen, sowie der UN-Behindertenrechtskonvention ist jedoch genügend gut ausgebildete Personal dringend nötig. Die nun beschlossenen Sparmassnahmen stehen im Widerspruch dazu und gefährden in einzelnen Institutionen die Qualität und Intensität der Unterstützung von Menschen mit Behinderung.

Dossier zum Entlastungspaket 2018 von SOCIALBERN
Bericht in „Der Bund“ über die Grossratsdebatte