Zivildienstleistende im institutionellen Bereich

25. Januar 2018

Zurzeit wird über die Zukunft des Zivildienstes wieder breit diskutiert. Losgelöst von der politischen Frage, ob mehr Armeedienst oder Zivildienst zu leisten ist, wirken sich Änderungen bei den Zivildienst-Angeboten direkt auf die Vielfalt der offerierten Aktivitäten der sozialen Institutionen aus. Eine Verschärfung der Regelungen für Zivis wäre für den institutionellen Bereich deshalb problematisch.

Der Zivildienst fördert den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Junge Männer erhalten während ihrem Zivildienst Einblick in den Gesundheits- und Sozialbereich. Sie schnuppern in Branchen, mit denen sie in ihrem Alltag sonst wenig in Berührung kommen. Mit ihrem Einsatz zeigen sie Solidarität mit Menschen mit Behinderung, mit älteren oder kranken Menschen und leisten einen wichtigen persönlichen Beitrag zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dieser Einblick vermag einige von ihnen zu motivieren, eine Ausbildung in einem Sozial- oder Gesundheitsberuf zu beginnen.

Angesichts des Fachkräftebedarfs und der Schwierigkeiten, Männer für Sozial- und Gesundheitsberufe zu gewinnen, kann der Zivildienst eine Brücke zu diesen Branchen schlagen.

Ein Wegfall der Zivildienstleistenden trifft direkt die begleiteten und unterstützten Personen

Zwei Drittel aller Zivildiensttage werden heute im Gesundheits- und Sozialbereich geleistet. Zivis übernehmen keine Aufgaben, die in den Arbeitsbereich des regulären Personals gehören, doch sie ergänzen mit ihren Einsätzen die Arbeit des Personals. Die Arbeitsleistung der Zivis ermöglicht es, dass Aktivitäten z.B. im Freizeitbereich überhaupt stattfinden können.

Bei einem Wegfall der Zivis können Institutionen solche Angebote ohne zusätzliche Ressourcen nur noch eingeschränkt durchführen.

Die Kantone als Kostenträger müssen aufzeigen, wie Zivis ersetzt werden können

Die Diskussion darüber, ob mehr Armeedienst und weniger Zivildienst geleistet werden soll, ist auf politischer Ebene zu führen. Zu den Folgen dieser Debatte jedoch müssen sich die Kantone als Kostenträger bereits im Voraus ernsthaft Gedanken machen. Um einen Abbau von institutionellen Aktivitäten zu verhindern, müsste die öffentliche Hand bereit sein, die Arbeitsleistungen von Zivis durch mehr regulär angestelltes Personal zu ersetzen und dafür zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschliessen.

Ein Wegfall von Zivis resp. eine Verschärfung der Regelungen für Zivis wäre aus dem Blickwinkel unserer Branche bedauerlich und nicht zukunftsorientiert.

Medienmitteilung des Bundes zum Zivildienst