MEDIENMITTEILUNG

Aktionsplan UN-BRK: Jetzt beginnt die Umsetzung
 Ein Schlüsselprojekt für die Teilhabe und Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung in sozialen Institutionen

05. März 2019

1 Aktionsplan. 1,5 Jahre Projektarbeit. Über 80 Fachpersonen und Menschen mit Behinderung involviert. 35 Ziele formuliert sowie 145 Massnahmen und Empfehlungen definiert: Mit dem ersten nationalen Aktionsplan UN-BRK wollen INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz und VAHS Schweiz einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der UN-BRK bei Verbänden und in sozialen Institutionen leisten. An der heutigen Medienkonferenz machten die Verbände aber auch deutlich: Ein solcher Paradigmenwechsel ist nur gemeinsam zu schaffen. Gefordert sind nun auch Bund, Kantone und Sozialpartner.

Die Schweiz hat die UN-Behindertenrechtskonvention 2014 ratifiziert und ist seither in der Pflicht, die Konvention umzusetzen. Die UN-BRK ist ein Meilenstein auf dem Weg zur Gleichstellung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung. Doch noch existieren vielfältige Barrieren, die ihre Teilhabe an allen Lebensbereichen verhindern.

Ein ambitioniertes, breit abgestütztes Grossprojekt

Mit dem heute vorgestellten Aktionsplan UN-BRK liegt nun der erste nationale Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK vor. Die drei Verbände INSOS Schweiz, CURAVIVA Schweiz und VAHS Schweiz setzen damit ein Zeichen und liefern wichtige Impulse für die Umsetzung der Konvention in ihrer Branche. «Wir anerkennen die Dringlichkeit und die Notwendigkeit, unsere eigene Arbeit kritisch zu reflektieren und unsere Dienstleistungen im Sinne der UN-BRK weiterzuentwickeln», betonte Marianne Streiff, Nationalrätin und INSOS-Präsidentin, an der Medienkonferenz.

Der Aktionsplan UN-BRK ist ein ehrgeiziges und breit abgestütztes Megaprojekt: Während
1,5 Jahren haben über 80 Fachpersonen aus Verbänden und Institutionen sowie Menschen mit Behinderung mitgearbeitet. Der Aktionsplan zeigt, in welche Richtung sich die Verbände und die Institutionen weiterentwickeln wollen. Formuliert wurden insgesamt 35 Ziele zu verschiedenen Themenbereichen wie Arbeit, Wohnen oder Bildung des Fachpersonals, die sich auf einzelne Artikel der UN-BRK beziehen. Aus diesen Zielen haben die Verbände 145 differenzierte Massnahmen, die sie sich selber vorgeben, und Empfehlungen an die Institutionen abgeleitet.

Teilhabe und Mitbestimmung von Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt

Die Verbände verfolgen mit ihrem Aktionsplan UN-BRK verschiedene Ziele. Zentral sind folgende Punkte:

  • die Entwicklung einer vielfältigen und durchlässigen Dienstleistungspalette gemeinsam mit Menschen mit Behinderung
  • Wahlfreiheit – d.h. die Freiheit, möglichst selber wählen zu können, was und wo ich arbeiten und wie und wo ich leben will
  • Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung in sozialen Institutionen
  • volle und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft

Ein erster wichtiger Schritt – eine Chance für alle 


Mit dem Aktionsplan UN-BRK haben die Verbände einen ersten wichtigen Schritt gemacht. Doch die eigentliche Umsetzungsarbeit beginnt jetzt. Ein Paradigmenwechsel gelingt nicht von heute auf morgen. Und er gelingt nur, wenn sich nicht nur die Dienstleistungsanbieter bewegen, sondern auch alle anderen Player ihre Verantwortung wahrnehmen. 


«Der Aktionsplan ist eine Chance für alle und kann einen Beitrag zur Neuausrichtung der Schweizerischen Behindertenpolitik leisten», betonte Laurent Wehrli, Nationalrat und CURAVIVA-Präsident. «In der Verantwortung sind auch Bund und Kantone als Verantwortliche für eine kohärente Behindertenpolitik sowie die Sozialpartner. Ihnen kommt bei der Integration von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt eine entscheidende Bedeutung zu.» 


Dokumente und Links

Medienmitteilung (PDF - mit Kontakten für die Presse)

Alle Informationen zum Aktionsplan unter www.aktionsplan-un-brk.ch

Alle Referate der Medienkonferenz